Erklärung gegen die imperialistische Intervention in Venezuela

Übersetzung des Statements vom 3. Januar 2026 der Federación Anarquista Uruguaya (fAu)

In den frühen Morgenstunden des 3. Januars bombardierte die Regierung der Vereinigten Staaten verschiedene Gebiete Venezuelas. Sie griff dabei nicht nur militärische Anlagen und Flughäfen an, sondern auch Wohnquartiere der arbeitenden Bevölkerung in den wichtigsten Städten des Landes, darunter Caracas. Die Bilder sind eindeutig und lassen keinen Zweifel daran, dass der nordamerikanische Imperialismus eine militärische Aggression gegen das venezolanische Volk verübt. Ebenfalls wurden Maduro und seine Ehefrau festgenommen.

Die Regierung Trump bombardiert Venezuela unter dem Vorwand, «gegen den Drogenhandel zu kämpfen», obwohl die USA selbst der grösste Drogenhändler der Welt sind – unter anderem über die DEA – und zudem Drogenregime unterstützen, wenn diese ihren Interessen entsprechen, wie etwa in Ecuador. Es wird nicht bombardiert, um in Venezuela eine «Demokratie» zu errichten, sondern um eine Marionettenregierung einzusetzen, die den Interessen der USA dient und ihnen erlaubt, sich erneut das venezolanische Erdöl anzueignen.

Venezuela verfügt über die grössten Erdölreserven der Welt, daher das Interesse der USA an diesem Gebiet. Es gibt keine humanitären Gründe oder Ahnliches – das sind alles Lügen der imperialen Mächte. Es ist die altbekannte Politik der USA gegenüber der Region an ihrer südlichen Grenze. In Venezuela unterstützten sie bereits den Staatsstreich von 2002 gegen Chávez, der nur durch die überwältigende Volksmobilisierung gestoppt wurde, welche die Strassen des Landes überflutete. Danach finanzierten sie über die CIA mit Millionen von Dollar die «Guarimbas» [venezolanische Protestform der Strassenbarrikaden] und die gesamte venezolanische extreme Rechte, um Destabilisierung und neue Staatsstreiche zu provozieren; all dies ist umfassend dokumentiert.

Die letzte Invasion oder Aggression dieser Art in Lateinamerika fand 1989 in Panama statt, nachdem die USA ganze Stadtviertel von Panama-Stadt, Colón und weiteren Orten dem Erdboden gleichmachten und dabei mindestens viertausend Panames*innen ermordeten. Diese Aggressionen sind Teil der DNA des Imperialismus, in diesem Fall des Yankee-Imperialismus, der unser Lateinamerika als seinen «Hinterhof» betrachtet, in dem er tun kann, was ihm gerade passt.

Invasionen, Staatsstreiche und die Unterstützung blutiger Diktaturen wie jener [Anastasio] Somozas in Nicaragua [1967-1979] oder im Cono Sur mit der Umsetzung des Plans Condor [Unterstützung von Geheimdiensten zum Sturz linker Regierungen und Bewegungen] waren die Konstante der Politik der USA im 20. Jahrhundert; heute wird sie im 21. Jahrhundert neu aufgelegt. Um nur einige Beispiele zu nennen: die Invasion und Schaffung Panamas in den Jahren 1902-1903, die Invasion Nicaraguas 1912, gegen die [Augusto César] Sandino kämpfte und der später von Somoza mit Unterstützung der USA ermordet wurde.

Ebenfalls die Invasion Haitis 1914, die Batista-Diktatur in Kuba ab 1933 nach mehreren Invasionen der Insel, die Unterstützung des Staatsstreichs von Castillo Armas in Guatemala 1954, die ständige militärische Intervention in Zentralamerika, insbesondere in den 1980er Jahren gegen die populären Guerillabewegungen sowie die Unterstützung und Finanzierung der nicaraguanischen «Contra», die Invasion Grenadas 1983 und, wie bereits erwähnt, in Panama 1989.

Seit den 1990er Jahren zog sich der Yankee-Imperialismus schrittweise von seinen militärischen Interventionen in Lateinamerika zurück, um sich auf den Nahen Osten zu konzentrieren, beginnend mit dem Golfkrieg gegen den Irak 1991, gefolgt von dem sogenannten «Krieg gegen den Terror» ab 2001, der eine weltweite Militärherrschaft der USA und massive Menschenrechtsverletzungen rund um den Globus vorantrieb. Die Invasion im Irak, bei der mehr als hunderttausend Iraker*innen ermordet wurden, später folgte Afghanistan, was ein noch grösseres Chaos in der Region verursachte. Als jüngsten Beweis haben wir die Unterstützung der USA für Israel, um den Genozid am palästinensischen Volk zu verüben.

Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, die volle Kontrolle über Lateinamerika zurückzuerlangen, alle Regierungen vollständig unter ihre Vormundschaft zu bringen, ohne auch nur den geringsten Ansatz von politischer Unabhängigkeit oder Autonomie zuzulassen. Inmitten des Konflikts mit China und Russland um die Aufteilung der Reichtümer der Welt wollen die USA die Ressourcen sichern und garantieren, die sich auf unseren Böden befinden: Erdöl, Erdgas, Lithium, seltene Erden, Gold, Eisen, Wasser usw. Dies ist nicht das Werk eines «Verrückten», Trump ist ein Völkermörder. Er ist der aktuelle Ausdruck des kapitalistischen Systems in dieser Phase gesteigerter Aggressivität, in der der Imperialismus seinen Vormarsch fortsetzt.

Das kapitalistische System ist ein System des Todes, und heute beweist es dies erneut mit seiner Politik und seiner imperialistischen Aggression. Diese Aggression spricht eine klare Sprache: Für Kapitalist*innen und das Imperium gibt es keine Grauzonen, sie kommen für Plünderung und den Tod ganzer Bevölkerungen. Die lateinamerikanischen Völker, die Menschen von unten, müssen Widerstand leisten, einen entschlossenen und unnachgiebigen Kampf gegen diese Aggression führen und gegen jene Aggressionen, die leider in Zukunft noch von der Macht im Norden kommen werden.

Bereits 1823 warnte Bolívar, dass die USA mit ihrer «Monroe-Doktrin» eine Gefahr für Lateinamerika darstellen würden: «Amerika den Amerikanern». Nun fügt Trump dieser Logik ein neues Kapitel hinzu, indem er festlegt, dass die USA eine stärkere militärische Präsenz in Lateinamerika haben müssen, und sie setzen dies in beschleunigter Form um. Für die Völker Lateinamerikas ist dies ein Alarmruf der erfordert, auf die Strasse zu gehen, gegen diese imperialistische Aggression zu mobilisieren und den Widerstand zu verstärken. Harte Zeiten und viel Kampf gegen die Plünderung und den Tod, orchestriert von den Grossmächten, stehen bevor.

Was dich auch noch interessieren könnte…